

Brandenburg Reed Quintett
Während Streichquartett oder Bläserquintett seit Jahrhunderten zum festen Kanon der Kammermusik gehören, ist das Reed Quintet eine Entdeckung unserer Zeit. Erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich diese Kombination aus Oboe, Klarinette, Saxophon, Bassklarinette und Fagott international etabliert – bis heute gibt es weltweit nur rund einhundert professionelle Ensembles dieser Art.
Ihr gemeinsamer Nenner ist das Rohrblatt: Fünf Instrumente derselben Klangfamilie verschmelzen zu einem außergewöhnlich homogenen und zugleich verblüffend farbenreichen Klangkörper.
Das Brandenburg Reed Quintett vereint fünf Musikerpersönlichkeiten, die ihre Erfahrung aus renommierten Orchestern, internationalen Festivals, zeitgenössischer Musik und der Kammermusik in dieses Ensemble einbringen. Dazu gehören Orchestermusiker wie Christoph Enzel, der regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern und anderen Spitzenorchestern konzertiert, oder Peter Michel, der seit vielen Jahren als Gast der Komischen Oper Berlin und weiterer Berliner Orchester gefragt ist. Gleichzeitig prägen engagierte Pädagogen wie Sabina Matthus-Bébié und Jochen Schneider sowie Musiker mit eigenen Konzertreihen und langjähriger Erfahrung in der zeitgenössischen Musik wie Matthias Badczong den unverwechselbaren Charakter des Ensembles.
So entsteht ein Ensemble, das stilistische Grenzen selbstverständlich überschreitet. Ob Barock, französischer Impressionismus, zeitgenössische Musik oder Gershwin – das Brandenburg Reed Quintet entdeckt vertraute Werke in überraschenden Klangfarben neu und zeigt zugleich, welches musikalische Potenzial in dieser außergewöhnlichen Besetzung steckt.
22.10.2026 - 19:30
(Einlass ab 18:45)
Brandenburg
Reed Quintett
Peter Michl (Oboe), Christoph Enzel (Saxophon), Sabina Matthus-Bebie (Klarinette), Matthias Badczong (Bassklarinette), Jochen Schneider (Fagott)
Programm:
Jean-Philippe Rameau: Le Rappel des oiseaux
Suite in e-Moll aus „pièces de clavecin“
arr.for Reedquintett by Raaf Hekkema
Zwischen drei Jahrhunderten spannt diese Bearbeitung einen faszinierenden Bogen. Der niederländische Saxophonist und Arrangeur Raaf Hekkema löst Rameaus Suite e-Moll aus ihrer ursprünglichen Klangwelt (1724 für Cembalo komponiert) und schenkt ihr im Reedquintett ein neues, überraschend natürliches Zuhause. Oboe, Klarinette, Saxophon, Bassklarinette und Fagott lassen die barocke Raffinesse in schillernden Farben aufleuchten – respektvoll gegenüber dem Original und zugleich unverkennbar neu.
Maurice Ravel: Le Tombeau de Couperin
arr.for Reedquintett by Raaf Hekkema
Maurice Ravels Le Tombeau de Couperin ist eine Hommage an die französische Barocktradition – zugleich aber ein Werk von unverwechselbar ravelscher Klangraffinesse. In seiner Bearbeitung für Reedquintett erschließt Raaf Hekkema dieser Musik eine neue klangliche Dimension. Oboe, Klarinette, Saxophon, Bassklarinette und Fagott lassen Klangkaskaden schweben, Motive durch die Stimmen wandern und schillernde Klangfarben entstehen. Es ist ganz Ravel – und doch klingt er, als hätte man ihn noch nie zuvor gehört.
George Gershwin: An American in Paris
arr.for Reedquintett by Raaf Hekkema
George Gershwin verbindet in An American in Paris den Esprit der französischen Metropole mit der Energie des jungen Amerika. Flanierende Melodien, hupende Straßenszenen, jazzige Rhythmen und sinfonische Klangpracht verschmelzen zu einem farbenreichen musikalischen Stadtspaziergang. Mit Leichtigkeit wechselt die Musik zwischen Eleganz, Witz und überschäumender Lebensfreude – ein glänzender Schlusspunkt, der Paris durch amerikanische Augen erleben lässt.